Dominik

Kurz vor der feierlichen Zeit nutze ich gerne die dunklen und mittlerweile auch kalten Tage noch einmal dazu, tiefsinnige und ernsthaftere Themen anzusprechen.
Nicht jeder hat Zeit oder Lust einen Blog zu schreiben. Aber es gibt Leute, die trotzdem das Bedürfnis haben, mal einen Text über sich und ihr Problem zu verfassen und zu teilen. Denen möchte ich auf meinem Blog die Chance dazu geben. So, wie Dominik Bleckmann ….

Der schwierigste Schritt…

Der leere Akku… Man fühlt nur noch eine Hülle von sich selbst… Irgendwann gab es nur noch einen Weg… Einen Schnitt im Alltag machen und raus aus allem… Der Schlaf ging nicht mehr, die Gedanken tot, der Körper nicht mehr der eigene. Alles ist fremd. Alles…

Ich überwand mich, den schwierigsten Schritt meines Lebens zu gehen… In die Klinik, um mich selbst wieder zu fühlen. Es ging ganz schnell und ich war froh so schnell einen Platz bekommen zu haben. Es war eine Reise ins Ungewisse, eine Reise in die schwarzen Gedanken, aber wenn dich deine Gedanken im Griff haben, hast du keinen Willen mehr dir zu gehorchen.

Alles ist schwer, alles ist falsch, alles nicht greifbar. Die Tränen laufen immerzu, man kann nichts dafür. Die Panik steigt auf, die Luft bleibt weg, das Herz rast immer und immer wieder. Und kein Ende in Sicht… Jeder Tag fühlt sich gleich an… Gleich bescheiden… Und wie man daraus kommt? Man findet selbst keinen Weg. Der Kampf gegen sich selbst ist unermüdlich. Auch wenn das innerste Ich ausbrechen möchte, klappt dies nicht in der Depression. Die katastrophisierten Gedanken haben mich im Griff…

Was soll denn besser werden? Es macht doch sowieso alles keinen Sinn. Die Gedanken kreisen immer um dasselbe… Immer im Kreis des Grübelns.

Ablenkung schaffen, ja… Das Zauberwort, aber was ist, wenn selbst die Ablenkung keine Ablenkung bringt? Machtlos im eigenen Kopf. Ich war nicht Herr meiner Gedanken. Mir war alles egal, keine Kraft im Kopf, keine Kraft in den Beinen… Es wollte nichts gelingen.

Von Tag zu Tag versucht man sich aufzuraffen und wieder Fuß zu fassen, mit dem, was einen glücklich macht. Aber selbst den Bergsteiger mit kleinen Schritten zu machen bringt keinen Erfolg, denn die Geduld ist das kleinste Gut, das nicht da ist. Der Strudel ins Schwarze Loch fühlt sich endlos an…

Der Lichtschein im Tunnelblick ist minimal, kein Ende in Sicht. Die eigene Welt wird von den Ängsten bestimmt und dadurch immer kleiner. Die Angst vor der Angst begleitet den Tag. Wie komme ich durch den Tag?, fragt der Verstand. Irgendwie will es noch nicht gelingen auszubrechen aus diesem Sog.
Aber in kleinen Schritten aus der Klinik geht es zurück in den Alltag, zurück ins Leben, denn das Leben ist schön, auch wenn man es selbst nicht sehen möchte. Den Alltag bewältigen, ohne dass man vom Alltag bestimmt wird. Es wird, es ist, es kann… Es ist ein langer Weg, das merke ich, aber aufgeben ist nicht, auch wenn man oft nicht selbst dran glaubt.

Danke für diese unglaublich persönlichen Worte! Es gibt mit Sicherheit viele Menschen, die diese Gefühle nachvollziehen können und sich damit jetzt nicht mehr alleine fühlen.

Caro

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