„Was ist denn mit einer Kur?“

Zum Anfang des Jahres habe ich mir Gedanken darüber gemacht, ob ich in diesem Jahr noch einmal eine Kur machen soll. Wie im Jahr 2015 in Konstanz in der Klinik. Dann wären zwei Jahre vergangen und man sagt, dass man alle zwei Jahre eine machen soll. Ich sehe den  Sinn einer Kur darin, dass man ein paar Wochen dem Alltagsstress entfliehen kann, um sich auf sich und seinen Körper zu konzentrieren. Arbeitstätige müssen in dieser Zeit nicht arbeiten gehen, Mütter müssen sich nicht um die Kinder und um den Haushalt kümmern, man ist einfach mal aus der Umgebung raus, die hier und da Stress bereitet und kann sich auf die Gesundheit konzentrieren.  In der Klinik habe ich mich viel mit anderen Patienten unterhalten, die zu mir traurig sagten :“ Morgen fahre ich schon nach Hause. Ich würde so gerne noch bleiben.“ Ich dagegen, konnte es kaum erwarten wieder nach Hause zu fahren. Nicht, weil es mir dort nicht gefallen hat, sondern weil ich ein Mensch bin, der so gerne Zuhause ist. Ich habe das große Glück ein Zuhause zu haben, in dem ich mich so wohl fühle! Ich habe es geschafft mir so etwas wie eine Kur selber zu schaffen. Jeden Tag mache ich entweder Sport, Physiotherapie, Psychotherapie und achte auf die Ernährung. Das waren für mich auch die wichtigsten Punkte, während der Kur. Was mir in der Klinik allerdings gefehlt hat, und was für die Genesung genauso wichtig ist, war der Kontakt zu meinen wichtigsten Menschen und meine gewohnte Umgebung, in der ich mich wohl fühle. Seit Januar habe ich diese komfortable Situation, für die ich unendlich dankbar bin, dass ich nun alles machen kann, was mir gut tut von Zuhause aus und habe alle Lieblingsleute um mich herum. Dafür habe ich viel Hilfe benötigt und auch bekommen! Für so eine Lebenssituation muss einiges geregelt werden Versorgung, Hilfe im Haushalt (ich wohne ja alleine), Finanzen, Leute in meiner Nähe,… Das alles war schon mit etwas Stress verbunden. Behörden und Ämter müssen mitspielen, was sicher einige von euch kennen. Das zu regeln hat einige Monate und Nerven in Anspruch genommen. Da ich so viele unglaublich tolle Menschen um mich herum habe (Schwestern, Eltern, Freunde, ehemalige Arbeitskollegen,…), ist es überhaupt möglich 🙂 Ich musste zwar schon hier und da Abstriche in meinem Leben machen, trotzdem kann ich behaupten jetzt ein schönes zu haben.

 

 (Ausblick Klinikzimmer auf den Bodensee)

 

Caro

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